Konsequenzen von Wassertragen und Prävention von Gebärmuttervorfällen- Unterstützung und Verhaltensänderung für Frauengesundheit in Nepal

Projektbeschreibung:

Im Rahmen der Sustainable Development Goals (SDGs) soll bis 2030 Zugang zu Wasser (SDG 6), Geschlechtergleichstellung (SDG 5) und ein gesundes Leben und Förderung des Wohlergehens (SDG 3) für alle Menschen erreicht werden.

In den meisten Ländern des Globalen Südens wenden vor allem Frauen täglich viel Zeit und Energie auf, um Wasser für ihre Familie und Tiere zu beschaffen. So auch in Nepal. Die häufige physische Belastung beim Tragen von Wasser und anderen schweren Lasten (Tierfutter, Steine, Holz) in bergiger Landschaft -auch während und nach Schwangerschaften- birgt ein Risiko für Muskel-Skelett-Erkrankungen und reproduktive Gesundheit. Laut United Nations Population Fund (UNFPA) ist jede zehnte Frau in Nepal von einem Gebärmuttervorfall betroffen. Die Gebärmutter senkt sich dabei in die Vagina und tritt im fortgeschrittenen Stadium aus ihr heraus.

Die hohe Verantwortung der Frauen als Versorgerinnen und auch die Schmerzen des Tragens sind für viele Frauen mit emotionalem Stress verbunden. Auch die Gesundheitskonsequenzen selbst bringen erhebliche psychosoziale Folgen mit sich. Von Gebärmuttervorfällen betroffene Frauen berichten unter anderem physische und emotionale Isolation, Scheidung, niedriges Selbstwertgefühl, Unfähigkeit zu Arbeiten und häusliche Gewalt.

Gemeinsam mit Forscherinnen und Praktikerinnen des Kathmandu University Hospitals und der Eawag: Das Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs, ermittelt die Forschungsgruppe Gesundheitspsychologie der Universität Bern physische und psychosoziale Konsequenzen von (Wasser-)tragen für Frauen in Nepal und zeigt auf, warum das SGD «sicherer Wasserzugang» ein Thema der Frauengesundheit ist. Weiterhin betrachten wir Strategien des sicheren Wassertragens und die individuellen und soziostrukturellen Faktoren, die erklären, ob diese Strategien verwendet werden.

Ziel der Forschung ist mit Unterstützung und Verhaltensänderung auf individueller, familiärer und Dorfebene, die Lebensqualität von Frauen in Nepal zu erhöhen und Problemverhalten zu minimieren:

Primäre Prävention: Risiken für Gesundheitskonsequenzen reduzieren, z.B.

  • Strukturell: Verbesserung des Wasserzugangs, strukturelle Transporthilfen
  • Individuell: Verwendung von Strategien sicheren (Wasser-)tragens (Gewichtsreduktion, ergonomische Hebe und Tragetechniken)
  • Soziale Unterstützung: Haushalts- oder Dorfgemeinschaften unterstützen das Tragen in der vulnerablen Periode während und nach der Schwangerschaft

Sekundäre Prävention: Symptome frühzeitig erkennen und eindämmen, z.B.

  • Bewusstsein für Symptome von Gebärmuttervorfällen schaffen
  • Beckenbodentraining im Rahmen von Rückbildung nach der Geburt und Gebärmuttervorfällen im Anfangsstadium

Tertiäre Prävention: Lebensqualität betroffener Frauen steigern, z.B.

  • Soziale Überzeugung und Mythen zu Gebärmuttervorfällen bearbeiten
  • Barrieren für Zugang zu Gesundheitsversorgung und Nutzung von Behandlungsmöglichkeiten (z.B. Vaginalpessare) für betroffene Frauen reduzieren

Projektstandort:

Kavre & Sindhupalanchowk District, Nepal

Projektförderung:

Eawag: Das Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs

Projektteam:

Dr. Akina Shrestha (Kathmandu University Hospital), Vica Tomberge (Universität Bern), Regula Meierhofer (Eawag), Prof. Dr. Jennifer Inauen (Universität Bern), Janine Bischof (Universität Bern).

Kooperationspartnerinnen:

Dr. Helena Luginbühl (BFH Gesundheit Fachbereich Physiotherapie), Dr. Anjana Singh Dangol (Geburtshilfe & Gynäkologie, Kathmandu University Hospital), Dr. Richa Amatya (Psychiatrie, Kathmandu University Hospital)